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| Selbstbehauptungskurs |
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Alltägliche Angst
Gewalt und die Angst davor sind allgegenwärtig, durch Medien millionenfach verbreitet, Teil unseres Alltags geworden. Frauen (und Kinder!!) sind besonders betroffen. Sie kennen Dutzende zur Gewohnheit gewordene Ängste und die daraus abgeleiteten Schutzmassnahmen. Da sind zum Beispiel die Abneigung gegen dunkle Wege, Unterführungen, Parkanlagen, Tiefgaragen und Bürohäuser nach Arbeitsschluss.
Zudem fühlen sich Frauen im Alltag oft bedroht, belästigt und erniedrigt durch aufdringliches Anstarren, anzügliche Bemerkungen und Witze etc.
Sicherlich ist es vernünftig, sich nicht fahrlässig einer Gefahr auszusetzen. Dennoch sind restriktive Ratschläge, wie sich nicht provokativ zu kleiden, keinen Mann in die Wohnung zu lassen etc., fragwürdig. Denn erstens sind sie unsozial, weil ihnen nicht jede Frau nachleben kann, und weil sie aus den Opfern leicht Mitschuldige machen. Zweitens werden sie der Tatsache nicht gerecht, dass der grösste Teil von Gewalt gegen Frauen nicht von fremden Männern, sondern von Bekannten ausgeht und vielfach am Arbeitsplatz, in der Wohnung des Täters oder gar in den eigenen vier Wänden des Opfers geschieht. Drittens bedeuten sie eine massive Einschränkung der persönlichen (Bewegungs-) Freiheit und verstärken zusätzlich die Gefühle von Angst und Ohnmacht.
Ausstieg aus der Opferrolle nötig
Der Frau nützt es bei einer möglichen Gewalttat wenig, auf die Einsicht des Täters zu hoffen - sie sollte sich wirksam wehren können.
Es wäre jedoch falsch und gefährlich zu glauben, man (bzw. frau) könne in einigen Lektionen ein paar gute Kniffe lernen und sei dann gegen jede Eventualität gewappnet. Aber der Besuch eines gut geführten Selbstverteidigungskurses kann das Risiko mindern. Mädchen und Frauen lernen, Gefahren bewusst wahrzunehmen, Auswege zu suchen, und Ihre Stärken zu spüren.
Der Selbstverteidigungskurs versteht sich also als präventive Massnahme, die insbesondere die Fesseln der Angst sprengen und den Ausbruch aus der fatalen Opferrolle unterstützen soll!
Orientierung an den Teilnehmerinnen
Der Selbstverteidigungskurs orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen der Teilnehmerinnen. Die persönlichen Erfahrungen und Ängste werden thematisiert und verarbeitet. Die Wahl der 'Abwehrstrategie' erfolgt auf dem Hintergrund der jeweiligen Voraussetzung und unter Ausnutzung der individuellen Stärken.
Orientierung an der Wirksamkeit
Echtes Selbstvertrauen fusst auf der Erfahrung eigener Stärke. Was im Selbstverteidigungskurs gelernt wird, muss sich in der Praxis bewähren. Im Bereich der körperlichen Gegenwehr, in dem es darauf ankommt, sich auch gegen eine physische Überlegenheit durchsetzen zu können, bedingen Erfolgserlebnisse einen gewissen Übungsaufwand.
Dieser ist aber in Kauf zu nehmen. Sonst riskieren die Teilnehmerinnen, dass in einer kritischen Situation ihre (neugewonnene) Selbstsicherheit, die an sich schon schützen kann (-> Ausstieg aus der Opferrolle), wie ein Kartenhaus zusammenfällt.
Wichtig ist eine positive, realistische Selbsteinschätzung, ohne der gefährlichen Illusion zu verfallen, es könne nun gar nichts mehr passieren.
Das didaktische Konzept des Kurses lässt sich mit folgendem Leitmotiv zusammenfassen:
Gefahren sehen,
Auswege üben, eigene Stärken spüren Kursziele: 1. Erlernen und Üben der einfachsten und wirksamsten Prinzipen und Techniken zu Bewältigung der gefährlichsten und am häufigsten vorkommenden Formen männlicher Aggression gegen das weibliche Geschlecht.
2. Erarbeiten der notwendigen theoretischen Kenntnisse und Einbezug der Erfahrungen der Teilnehmerinnen.
3. Vermittlung positiver Körper-/Sport- und Gemeinschaftserlebnisse.
Kursleiter: Roland Mötteli
Alter: ab Oberstufe (keine Altersgrenze nach oben) Kursdauer: 5 Freitag-Abende (19.30 - ca. 21.30 Uhr)
oder ein Wochenend-Workshop Kurskosten: Fr. 140.-- / Teilnehmerin
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